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Sendling Kriminalität 2025: Zahlen, Delikte und Vergleich

Wie sicher ist Sendling? Die amtlichen Zahlen des Statistischen Amts München (Stand 2025), die häufigsten Delikte und der Vergleich mit den anderen 24 Münchner Stadtbezirken.

Von Malte Graf | 4. September 2026
Sendling Kriminalität 2025: Zahlen, Delikte und Vergleich © Foto: Nothere / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Die alte Feuerwache in Sendling.

Wer in Sendling wohnt, hört immer wieder von Fahrraddiebstählen an der Lindwurmstraße, von Ärger rund um den Harras oder von der nächtlichen Szene am Großmarkt. [5] Doch wie sieht das Lagebild tatsächlich aus, wenn man die offiziellen Zahlen nebeneinanderlegt?

Wir haben die amtliche Übersicht "Straftaten in den Stadtbezirken 2025" des Statistischen Amts München[1] und den Sicherheitsreport des Polizeipräsidiums München[2] ausgewertet und zeigen dir, wie sicher Sendling im Vergleich zu den anderen 24 Münchner Stadtbezirken ist, welche Delikte am häufigsten registriert werden und wie sich die Lage in der Gesamtstadt entwickelt hat. Wenn dich die Größe und Struktur des Viertels interessiert, lies auch unseren Überblick zu den Einwohnern von Sendling und den Stadtteilen.

Was dich erwartet

Wie viele Straftaten gab es 2025 in Sendling?

Im Jahr 2025 hat die Polizei im Stadtbezirk 6 Sendling insgesamt 1.658 Straftaten[1] erfasst, die sich dem Bezirk eindeutig zuordnen ließen. Das ist im Münchner Vergleich ein niedriger Wert: Sendling gehört zu den kleineren Stadtbezirken und liegt sowohl bei der absoluten Fallzahl als auch pro Kopf im unteren Mittelfeld.

Aussagekräftiger als die reine Fallzahl ist der Wert pro 100.000 Einwohner. Setzt man die 1.658 Fälle ins Verhältnis zu den rund 41.334 Einwohnern Sendlings (Stand 31.12.2025)[3], ergeben sich rund 4.011 Straftaten je 100.000 Einwohner. Damit liegt Sendling klar unter dem Münchner Stadtdurchschnitt.

Wie ist die Zahl pro 100.000 Einwohner zu lesen?

Die Häufigkeitszahl, also Straftaten je 100.000 Einwohner, macht Bezirke unterschiedlicher Größe erst vergleichbar, weil sie die Bevölkerungszahl herausrechnet. Wichtig: Das Statistische Amt München veröffentlicht für die Stadtbezirke nur die absoluten Fallzahlen.[1] Die hier genannten Werte je 100.000 Einwohner sind unsere eigene Berechnung aus diesen amtlichen Fallzahlen und den amtlichen Einwohnerzahlen.[3] Sie sind als Näherung zu verstehen, nicht als amtlich ausgewiesene Häufigkeitszahl.

Sendling im Vergleich: So sicher ist der Bezirk gegenüber den anderen Münchner Stadtbezirken

Rechnet man die Fallzahlen aller 25 Stadtbezirke auf je 100.000 Einwohner um, landet Sendling im Mittelfeld. Ganz oben stehen erwartungsgemäß die Innenstadt- und Ausgehbezirke mit ihren riesigen Tagesbevölkerungen, allen voran die Altstadt mit dem Hauptbahnhofumfeld. Die folgende Tabelle zeigt die 13 Stadtbezirke mit den höchsten Werten, Sendling ist hervorgehoben.

PlatzStadtbezirkStraftaten je 100.000 Einw. (2025, eigene Berechnung)
1Altstadt-Lehel33.306
2Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt19.685
3Maxvorstadt8.484
4Schwabing-Freimann7.827
5Schwanthalerhöhe6.654
6Au-Haidhausen5.658
7Moosach5.386
8Berg am Laim4.949
9Obergiesing-Fasangarten4.679
10Milbertshofen-Am Hart4.199
11Sendling4.011
12Ramersdorf-Perlach4.010
13Trudering-Riem3.879

Die Altstadt-Lehel führt das Ranking mit Abstand an: Weil sich hier Hauptbahnhofnähe, Fußgängerzone, Tourismus und Nachtleben bündeln, beträgt die Tagesbevölkerung ein Vielfaches der Wohnbevölkerung. Eine reine Häufigkeitszahl überzeichnet solche Zentren deshalb systematisch.

Sendling liegt mit rund 4.011 Straftaten je 100.000 Einwohner auf Platz 11 von 25 und damit fast genau in der Mitte, knapp vor dem Nachbarbezirk Ramersdorf-Perlach (Platz 12, 4.010). Der direkte Nachbar Sendling-Westpark (Stadtbezirk 7) schneidet mit rund 3.204 je 100.000 Einwohner sogar noch etwas ruhiger ab, obwohl er mehr Einwohner und in der Summe mehr Fälle hat. Das zeigt, wie wichtig die Umrechnung pro Kopf ist. Wie aus dem einstigen Bauerndorf der heutige Wohnbezirk wurde, liest du in unserem Überblick zur Geschichte Sendlings.

Die häufigsten Delikte in Sendling

Das Statistische Amt München weist die Fälle je Stadtbezirk nach den großen Obergruppen der Polizeilichen Kriminalstatistik aus, nicht nach jedem Einzeldelikt. Für Sendling 2025 verteilen sich die 1.658 Fälle so:

DeliktgruppeFälle 2025Je 100.000 Einw. (eigene Berechnung)
Diebstahl (einfach und schwer zusammen)5371.299
Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit334808
Sonstige Straftaten (u. a. Sachbeschädigung, Rauschgift, Betrug, übrige Delikte)4601.113
Vermögens- und Fälschungsdelikte225544
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung72174
Straftaten gegen das Leben12

Was hinter den Zahlen steckt:

  • Diebstahl dominiert auch in Sendling. Mit 537 Fällen (einfacher und schwerer Diebstahl zusammen) ist rund jede dritte registrierte Straftat ein Diebstahl. In einem dicht bebauten Innenstadtrandbezirk mit viel Durchgangsverkehr sind Fahrrad- und Ladendiebstahl die Klassiker.
  • Rohheitsdelikte an zweiter Stelle. 334 Fälle entfallen auf Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit, also vor allem Körperverletzung, Bedrohung und Nötigung. Bei Gewaltdelikten kennen sich Täter und Opfer überdurchschnittlich oft, weshalb die Aufklärungsquote in dieser Gruppe stadtweit hoch liegt.
  • Gewalt gegen das Leben ist die seltene Ausnahme. In Sendling wurde 2025 ein einziger Fall in der Gruppe "Straftaten gegen das Leben" gezählt, ein Tötungsdelikt oder Versuch, der dem Bezirk zugeordnet wurde.
  • Der Großteil bleibt unauffällig verteilt. 460 Fälle entfallen auf die Sammelgruppe sonstiger Straftaten, darunter Sachbeschädigung, Rauschgift- und Betrugsdelikte. Eine feinere Aufschlüsselung gibt die Bezirksstatistik nicht her.

Kriminalität im Zeitverlauf

Eine belastbare Zeitreihe nur für Sendling über viele Jahre veröffentlicht das Statistische Amt nicht in einheitlicher Form. Aussagekräftig ist dafür die Entwicklung im gesamten Stadtgebiet, in das Sendling eingebettet ist. Hier bewegt sich die Gesamtzahl der Straftaten seit Jahren in einem engen Korridor um die 100.000 Fälle.

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Erfasste Straftaten im gesamten Stadtgebiet München pro Jahr (nicht nur Sendling). Quelle: Polizeipräsidium München / Statistisches Amt München.

2023 registrierte die Polizei im Stadtgebiet 96.945 Straftaten, 2024 stieg die Zahl auf 100.330 und 2025 sank sie wieder auf 98.478, ein Rückgang um rund 1,8 Prozent.[2] München bleibt damit laut Polizei zum 50. Mal in Folge die sicherste deutsche Großstadt über 200.000 Einwohner.[2] Die Aufklärungsquote im Stadtgebiet kletterte von 60,3 Prozent (2024) auf 62,9 Prozent (2025)[2], ein im bundesweiten Vergleich sehr hoher Wert.

KennzahlSendlingStadtgebiet München
Erfasste Straftaten (2025)1.65898.478
Straftaten je 100.000 Einwohner (2025, eigene Berechnung)rund 4.011rund 5.798
Aufklärungsquote (Stadtgebiet, 2024)keine Bezirksangabe60,3 %
Aufklärungsquote (Stadtgebiet, 2025)keine Bezirksangabe62,9 %

Wer sind die Tatverdächtigen in München?

Hinweis zur Datenebene

Tatverdächtigenzahlen werden nur für das gesamte Stadtgebiet veröffentlicht, nicht auf Bezirksebene. Die folgenden Anteile gelten für ganz München und lassen sich nicht ohne Weiteres auf Sendling übertragen.

Für das Jahr 2025 hat die Münchner Polizei im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München (Stadt und Landkreis München) 45.926 Tatverdächtige ermittelt, 4,2 Prozent mehr als 2024 (44.080)[2]. Bei den schweren Innenstadtbezirken mit Bahnhofs- und Ausgehverkehr ist der Anteil reisender und nicht in München wohnhafter Tatverdächtiger besonders hoch. Sendling ist davon als ruhiger Wohnbezirk weniger betroffen als die zentralen Vergnügungsviertel.

Deutsche und nichtdeutsche Tatverdächtige im Vergleich

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München lag der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger 2025 bei rund 51,2 Prozent[2], gegenüber 50,1 Prozent im Vorjahr. Dieser Wert ist deutlich höher als der bayernweite, weil sich in München als Großstadt mit Hauptbahnhof, Flughafennähe, Messe und Tourismus überdurchschnittlich viele Reisende, Pendler und Durchreisende aufhalten, die ebenfalls in die Statistik einfließen.

PP-Bereich München (Stadt + Landkreis), 2025Wert
Tatverdächtige insgesamt45.926
Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger51,2 %
darunter tatverdächtige Zuwanderer4.728 (10,3 %)

Was ist mit dem Migrationshintergrund?

Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst nur die Staatsangehörigkeit, also den Pass, nicht den Migrationshintergrund einer Person. Ein in München geborener Mensch mit deutschem Pass zählt als deutscher Tatverdächtiger, auch wenn die Familie eingewandert ist. Eine Aufschlüsselung nach "Deutsche mit Migrationshintergrund" gegen "Deutsche ohne Migrationshintergrund" gibt die PKS nicht her.[4]

Wichtige methodische Einschränkungen

Die Zahlen sollten ohne diese Einordnungen nicht weitergegeben werden:

  • Tatverdächtige sind keine verurteilten Täter. Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst Verdachtsfälle nach polizeilichem Abschluss der Ermittlungen.[4] Bis zu einem Urteil gilt jeder Tatverdächtige als unschuldig.
  • "Nichtdeutsch" bezeichnet die Staatsangehörigkeit, nicht den Migrationshintergrund. Touristen, Pendler und Durchreisende sind enthalten und treiben in einer Großstadt wie München den Anteil nach oben.
  • Tatort, nicht Wohnort. Die Bezirkszahlen zählen, wo eine Tat geschah, nicht wo der Tatverdächtige wohnt. Geschäftsstraßen und Verkehrsknoten ziehen deshalb mehr Fälle an als reine Wohnstraßen.
  • Demografische Effekte sind groß. Junge Männer sind die statistisch am stärksten kriminalitätsbelastete Gruppe. Unterschiede in der Altersstruktur eines Viertels schlagen sich daher in den Zahlen nieder.
  • Anzeigeverhalten ist nicht neutral. Nicht jede Straftat wird angezeigt. Anzeigequoten unterscheiden sich nach Delikt und Wohnumfeld und beeinflussen, welche Fälle überhaupt in die Statistik einfließen.

Häufige Fragen zur Kriminalität in Sendling

Wie viele Straftaten gibt es in Sendling?

2025 hat die Polizei im Stadtbezirk 6 Sendling 1.658 Straftaten erfasst, die dem Bezirk eindeutig zugeordnet werden konnten. Umgerechnet auf die rund 41.334 Einwohner entspricht das etwa 4.011 Straftaten je 100.000 Einwohner.

Wie sicher ist Sendling im Vergleich zu anderen Münchner Stadtbezirken?

Sendling liegt im Mittelfeld, knapp vor dem Nachbarbezirk Ramersdorf-Perlach. Bei der Häufigkeitszahl je 100.000 Einwohner belegt der Bezirk Platz 11 von 25 und liegt damit deutlich hinter den Innenstadtbezirken Altstadt-Lehel und Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, die wegen ihrer hohen Tagesbevölkerung die Spitze bilden.

Welches ist das häufigste Delikt in Sendling?

Diebstahl. Mit 537 Fällen (einfacher und schwerer Diebstahl zusammen) macht diese Gruppe 2025 rund ein Drittel aller registrierten Straftaten in Sendling aus. An zweiter Stelle folgen Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit mit 334 Fällen.

Ist München eine sichere Stadt?

Ja, im Vergleich der deutschen Großstädte. Laut Polizeipräsidium München ist München zum 50. Mal in Folge die sicherste deutsche Großstadt über 200.000 Einwohner. Die Aufklärungsquote im Stadtgebiet lag 2025 bei 62,9 Prozent.

Wie hat sich die Kriminalität in München entwickelt?

Im Stadtgebiet bewegt sich die Gesamtzahl der Straftaten seit Jahren um die 100.000 Fälle: 96.945 im Jahr 2023, 100.330 im Jahr 2024 und 98.478 im Jahr 2025. Eine eigene, langjährige Zeitreihe nur für Sendling wird amtlich nicht in einheitlicher Form veröffentlicht.

Wie hoch ist der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger in München?

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München lag der Anteil 2025 bei rund 51,2 Prozent. Dieser Wert gilt für den gesamten Präsidiumsbereich, nicht für einzelne Bezirke, und enthält auch Touristen, Pendler und Durchreisende. Die Statistik erfasst nur die Staatsangehörigkeit, nicht den Migrationshintergrund.

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