In Sendling, dem 6. Stadtbezirk Münchens, leben rund 41.300 Menschen.1 Damit ist Sendling einer der kleineren, aber besonders dicht bebauten Stadtbezirke der Landeshauptstadt: ein citynahes Altbau- und Arbeiterviertel, das in den letzten Jahren kaum noch wächst, aber spürbar internationaler geworden ist.
Dieser Beitrag bündelt die wichtigsten Eckdaten zu Bevölkerung, Geburten, Wanderung und Altersstruktur für den Stadtbezirk. Eine kompaktere Übersicht findest du in unserer Sendling-Statistik, einen Blick auf die Lagen liefert Stadtteile in Sendling.
- Sendling-Demografie auf einen Blick
- Wie viele Menschen leben in Sendling?
- Wächst, stagniert oder schrumpft Sendling?
- Geburten und Sterbefälle
- Wanderung: Zuzug und Wegzug
- Altersstruktur und Haushalte
- Internationaler geworden: Migration in Sendling
- Sendling im langen Rückblick
- Was sagt die Bevölkerungsprognose?
- Ausblick
- Quellen
Sendling-Demografie auf einen Blick
- Einwohner aktuell: rund 41.300 (Stand 31.12.2024)
- Fläche: rund 3,9 Quadratkilometer, einer der flächenkleinsten Stadtbezirke Münchens
- Einwohnerdichte: über 10.500 Menschen pro Quadratkilometer, klar über dem Münchner Schnitt
- Wachstum 2000 bis 2024: rund 20 Prozent, seit etwa 2015 weitgehend stagnierend
- Ausländeranteil: rund 27 bis 28 Prozent
- Geburten: rund 500 pro Jahr, Sterbefälle unter 300, also positiver natürlicher Saldo
Wie viele Menschen leben in Sendling?
Zum 31.12.2024 zählte der Stadtbezirk 6 Sendling 41.334 Einwohner.1 Damit liegt Sendling im hinteren Mittelfeld der 25 Münchner Stadtbezirke, denn flächenmäßig ist der Bezirk klein. Auf nur rund 3,9 Quadratkilometern leben mehr als 10.500 Menschen je Quadratkilometer, deutlich dichter als im Münchner Durchschnitt.2
Wichtig für das Verständnis der Zahlen: Der Stadtbezirk 6 deckt nicht das gesamte ab, was im Alltag "Sendling" heißt. Obersendling gehört zum Stadtbezirk 19 (Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln), der Westpark-Teil zum Stadtbezirk 7 (Sendling-Westpark).3 Stadtbezirk 6 ist also im Kern das historische Unter- und Teile von Mittersendling.
Einwohnerentwicklung des Stadtbezirks 6 Sendling, 2000 bis 2024 (Melderegister, gerundete Stichtagswerte zum 31.12.). Quelle: Statistisches Amt der Landeshauptstadt München, Werte 2000 bis 2023 nach citypopulation.de auf Basis der Münchner Statistik.
Im Verlauf seit der Jahrtausendwende zeigt sich ein klares Muster. Von rund 34.500 Einwohnern im Jahr 2000 legte Sendling bis etwa 2015 kräftig auf knapp 41.000 zu.4 Seither bewegt sich die Zahl nur noch wenig: 2020 waren es rund 40.900, 2023 rund 40.800, 2024 wieder gut 41.300. Sendling ist damit aus der Wachstumsphase der 2000er Jahre in eine Phase weitgehender Stagnation auf hohem Niveau übergegangen.
Wächst, stagniert oder schrumpft Sendling?
Über den langen Zeitraum seit 2000 ist Sendling klar gewachsen, um rund ein Fünftel. In den letzten zehn Jahren aber stagniert der Bezirk praktisch. Der Grund ist einfach: Sendling ist bereits sehr dicht bebaut, große neue Wohngebiete fehlen. Wo kaum noch Wohnungen entstehen, ziehen auch kaum noch zusätzliche Menschen zu.5
Anders als wachstumsstarke Randbezirke Münchens mit großen Neubauquartieren gewinnt Sendling seine Bewegung vor allem aus dem Austausch der Bewohner, nicht aus dem Zuwachs. Die hohe Bautätigkeit der Stadt konzentriert sich auf andere Lagen.
Geburten und Sterbefälle
Sendling ist demografisch ein vergleichsweise junger, citynaher Bezirk. Pro Jahr kommen hier rund 500 Kinder zur Welt, dem stehen weniger als 300 Sterbefälle gegenüber.5 Der natürliche Saldo ist also deutlich positiv, ein Wert, den längst nicht jeder Stadtbezirk erreicht.
Dieser Überschuss an Geburten ist typisch für innenstadtnahe Münchner Lagen mit vielen jungen Erwachsenen und Familien. Dass Sendling trotzdem kaum wächst, liegt nicht an der Geburtenbilanz, sondern am fehlenden Wohnraum für zusätzliche Zuzügler.
| Kennzahl | Sendling (Stadtbezirk 6) |
|---|---|
| Einwohner (31.12.2024) | 41.334 |
| Geburten pro Jahr | ca. 500 |
| Sterbefälle pro Jahr | unter 300 |
| Ausländeranteil | ca. 27 bis 28 % |
| Einwohnerdichte | ca. 10.500 je km² |
Wanderung: Zuzug und Wegzug
Da der natürliche Saldo positiv ist und die Einwohnerzahl trotzdem stagniert, gleichen sich Zuzug und Wegzug in Sendling weitgehend aus. In einem so dicht bebauten und bei Mietern wie Käufern begehrten Viertel ist die Fluktuation hoch: Wer eine Wohnung findet, zieht zu, wer eine größere oder günstigere Wohnung sucht, weicht oft in andere Bezirke oder ins Umland aus.
Die hohen Münchner Wohnkosten wirken dabei als Bremse. Wie sich diese im Bezirk konkret darstellen, zeigen unser Mietspiegel für Sendling und die Lebenshaltungskosten in Sendling.
Altersstruktur und Haushalte
Sendling gilt als citynaher Bezirk mit vielen Einpersonenhaushalten und einem hohen Anteil junger Erwachsener, was zum großen Altbaubestand und den vielen kleineren Wohnungen passt.2 Eine präzise stadtbezirksscharfe Aufschlüsselung der Altersgruppen veröffentlicht das Statistische Amt im Detail nur in seinen Fachberichten; auf Stadtebene liegt das Durchschnittsalter Münchens bei rund 41 Jahren.6
Die Bevölkerungsprognose des Planungsreferats erwartet für Sendling bis 2040 die stärksten Zuwächse bei den über 60-Jährigen und bei Kindern zwischen fünf und 14 Jahren, während die Gruppen der 25- bis 29-Jährigen sowie der 45- bis 54-Jährigen leicht abnehmen.5 Sendling altert also moderat, bleibt aber durch junge Familien und Studenten relativ ausgewogen.
Internationaler geworden: Migration in Sendling
Der Ausländeranteil in Sendling liegt bei rund 27 bis 28 Prozent und damit über dem Münchner Durchschnitt.1 Rechnet man die Deutschen mit Migrationshintergrund hinzu, hat in Sendling nahezu jeder zweite Bewohner eine Zuwanderungsgeschichte. Der überdurchschnittliche Ausländeranteil und der hohe Anteil an Einpersonenhaushalten gelten als typische Merkmale des citynahen Altbauviertels.2
Dieser Mix prägt das Straßenbild rund um die Lindwurmstraße und die Bereiche um den Harras stark und macht Sendling zu einem der lebendigeren Viertel im Südwesten der Innenstadt.
Sendling im langen Rückblick
Sendling ist eine der ältesten Siedlungen auf heutigem Münchner Stadtgebiet. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort 782 als "Sentilinga".7 Berühmt wurde Sendling durch die Sendlinger Mordweihnacht von 1705, als aufständische oberbayerische Bauern und Handwerker hier blutig geschlagen wurden.8
Am 1. Januar 1877 wurden Unter- und Mittersendling nach München eingemeindet.7 Mit der Industrialisierung siedelten sich große Betriebe an, und aus dem Bauerndorf wurde ein dicht bebautes Arbeiter- und Gewerbeviertel, dessen Struktur den heutigen Stadtbezirk bis in die Bevölkerungsdichte hinein prägt. Mehr dazu in unserer Geschichte von Sendling.
Was sagt die Bevölkerungsprognose?
Die Prognose des Münchner Planungsreferats sieht für Sendling bis 2040 nur ein sehr geringes Plus, in der Größenordnung von rund 1.000 zusätzlichen Einwohnern.5 Die Einwohnerdichte würde damit von über 10.500 auf etwa 10.800 Menschen pro Quadratkilometer steigen. Der Hauptgrund für das schwache Wachstum bleibt der knappe Spielraum für Neubau im bereits dicht bebauten Bezirk.
Sendling zählt damit zu den Münchner Stadtbezirken mit unterdurchschnittlichem erwartetem Wachstum. Die Dynamik der Stadt verlagert sich in Lagen mit großen Entwicklungsflächen, während Sendling vor allem über den Austausch seiner Bewohner und eine langsame Alterung Bewegung behält.
Hinweis zur Methodik
Die Zahlen beruhen auf dem Statistischen Amt der Landeshauptstadt München (Melderegister, Münchner Statistik) sowie der städtischen Bevölkerungsprognose. Werte sind gerundet, Stichtage variieren (in der Regel 31.12.). Wo nur Werte auf Stadt- oder Bezirksausschussebene vorliegen, ist dies im Text vermerkt. Geringe Abweichungen zu Einzelveröffentlichungen sind möglich.
Ausblick
Sendling bleibt, was es ist: ein dicht bebauter, citynaher Bezirk mit rund 41.000 Einwohnern, hoher Dichte und einer lebendigen, internationalen Bewohnerschaft. Stark wachsen wird der Bezirk nicht mehr, dafür fehlt der Platz. Die spannendere Frage ist, wie Sendling den Spagat aus knappem Wohnraum, hohen Mieten und seiner Anziehungskraft als zentrales Wohnviertel löst.